Im Projekt Wind-X werden Datenräume und Asset Administration Shells (AAS) konkret umgesetzt: Erste Daten können firmenübergreifend ausgetauscht werden und Use Cases entstehen. Mit Siemens Energy rücken Logistik und Traceability stärker in den Fokus.
Das industriegetriebene Projekt Wind-X nimmt weiter Fahrt auf: Der Aufbau eines föderierten Datenraums für die Windenergiebranche zeigt erste konkrete Ergebnisse. Ziel ist es, Daten entlang der Wertschöpfungskette sicher, standardisiert und unter Wahrung der Datensouveränität nutzbar zu machen. Das Forschungsprojekt hatte seinen Startschuss im November 2024 und läuft insgesamt 3 Jahre.
Im Arbeitsbereich „Datenraum“ konnten zentrale Grundlagen erfolgreich umgesetzt werden. So ist inzwischen ein firmenübergreifender Datenaustausch über entsprechende Konnektoren (eine Variante des EDC-Konnektors) möglich, inklusive Authentifizierung der beteiligten Parteien. Parallel wurde eine Infrastruktur auf Basis der AAS aufgebaut: Ein erster AAS-Server ist in Betrieb, in welchem Submodelle strukturiert hinterlegt wurden und über den Datenraum adressierbar sind. Ergänzend stehen Web-Oberflächen für den Zugriff sowie erste Integrationsansätze für bestehende Business-Anwendungen, etwa über Node-RED, zur Verfügung.
Auf dieser technischen Basis werden aktuell mehrere Use Cases konkretisiert und prototypisch umgesetzt. Im Bereich Nachhaltigkeit liegt der Fokus auf dem Product Carbon Footprint (PCF) der Windenergieanlagen (WEA). Zum einen wird die Berechnung des Gesamt-PCF der WEA unterstützt. Dabei werden die Komponenten anhand der Stückliste identifiziert, ihre AAS mit dem entsprechenden PCF-Wert über den Datenraum gesucht, abgerufen und die PCF-Werte zu einem Gesamtwert aggregiert. Zum anderen wird eine datenbasierten Lieferantenauswahl ermöglicht, bei der neben technischen Spezifikationen auch die PCF-Werte Berücksichtigung finden.
Gleichzeitig gewinnt das Thema Transparenz in der Logistik zunehmend an Bedeutung. Mit Siemens Energy hat ein starker Industriepartner zu Jahresbeginn die Konsortialführung übernommen und bringt neue Impulse zu logistikbezogenen Anwendungsfälle ein, insbesondere im Bereich Traceability. Ziel ist, künftig Transportprozesse, Zustände und Zertifizierungen entlang der Lieferkette nachvollziehbar abzubilden.
Weitere Use Cases adressieren den Betrieb von Windenergieanlagen, etwa durch AAS-basierte Wartungspflichtenhefte oder den strukturierten Austausch von Wartungs- und SCADA-Daten über den Datenraum. Das Wind-X Konsortium trifft sich Ende April in Cuxhaven bei Siemens Gamesa, um sich mit der Umsetzung und Konkretisierung der Use-Cases zu befassen. Damit wird deutlich: Wind-X entwickelt sich zunehmend von der Konzeptphase hin zur konkreten Umsetzung erster industrieller Anwendungen.
