Das Projekt „Wind-X“ des VDMA Power Systems und mehrerer Projektpartner ist gestartet.
Aufbau eines dezentralen Cloud-Edge-Datenraums für die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch mehr Effizienz und Flexibilität in der Produktion
Förderung über IPCEI-CIS und Synergien mit Manufacturing-X-Projekten
Das Projekt „Wind-X“ des VDMA Power Systems und mehrerer Projektpartner ist gestartet. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines industriellen Datenraums für die Windindustrie, um neue digitale Geschäftsmodelle für die Nutzung von Anlagendaten zu ermöglichen. Wind-X stellt damit einen Anwendungsfall der Cloud-Edge-Infrastruktur dar. Es wird durch das zentrale digitalpolitische Projekt der EU-Mitgliedstaaten, IPCEI-CIS, gefördert. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Projekt hat ein Volumen von 6 Millionen Euro und eine Laufzeit von 33 Monaten. Insgesamt sind mehr als 20 Unternehmen aus der Wind-Wertschöpfungskette an dem Projekt beteiligt – darunter Hersteller, Zulieferer und Betreiber. Konsortialführer ist der Windkraftanlagenhersteller ENERCON (WRD Wobben Research and Development GmbH).
„Das Wind-X-Projekt ist einzigartig und wegweisend für die Windindustrie. Wir freuen uns, dass der VDMA Power Systems als Initiator des Projekts mit dem Stakeholder-Management sowie der Entwicklung und Bereitstellung von Transferformaten und -methoden betraut wurde. Mit der Entwicklung eines dezentralen, kostengünstigen und effizienten Datenraums können Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette der Windenergie Informationen austauschen, ohne die Kontrolle oder Urheberschaft zu verlieren. Sie können dies für neue Geschäftsmodelle in spezifischen Anwendungsfällen nutzen“, sagt Dr. Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer des VDMA Power Systems.
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch Wind-X
Mit einem Datenökosystem für innovative und nachhaltige Windenergieanlagen trägt Wind-X dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu verbessern und die Effizienz und Flexibilität in der Produktion über den gesamten Lebenszyklus zu steigern. Darüber hinaus unterstützt das Projekt die Stärkung der Resilienz durch die Förderung transparenter und anpassungsfähiger Prozesse. Ziel ist es, digitale Interoperabilität und Souveränität in der Windindustrie zu etablieren.
Verändertes regulatorisches Umfeld für Datenutzungsrechte
Hintergrund des Projekts ist das veränderte regulatorische Umfeld für Datenutzungsrechte: Die neuen Bestimmungen des EU-Datengesetzes treten ab September 2025 in Kraft. Sie bedeuten, dass Betriebsdaten und Informationen von Produkten, die über einen Chip oder Sensor verfügen, nicht mehr dem Hersteller, sondern dem Nutzer gehören. Dadurch werden Datenmonopole verhindert und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle ermöglicht. Der Fokus der Datenutzungsrechte verlagert sich eindeutig zugunsten der Kunden als Nutzer. Dieses neue Umfeld erfordert den Austausch von Daten und darauf aufbauend die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle für den Maschinen- und Anlagenbau. Im Wind-X-Projekt soll hierfür ein Demonstrator entwickelt werden.
Erfahrungen aus anderen Initiativen und Manufacturing-X-Projekten werden einfließen
Das Wind-X-Projekt überträgt Erkenntnisse, Technologien und Lösungen aus Manufacturing-X, Catena-X, Gaia-X und IPCEI-CIS auf die Windindustrie. Die veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen haben enorme Auswirkungen auf den Maschinenbau, den Fahrzeugbau, den Anlagenbau und die Industrie im Allgemeinen. Der VDMA ist bereits führender Partner in anderen Manufacturing-X-Projekten, sodass wertvolle Erfahrungen für das Wind-X-Projekt genutzt werden können.
Konsortialpartner:
- ENERCON (WRD Wobben Research and Development GmbH)
- Hahn Projects GmbH
- Mews Deutschland GmbH
-SWMS Consulting GmbH - BIBA – Bremser Institut für Produktion und Logistik GmbH
- Rheinische-Westfälische Technische Hochschule Aachen
- VDMA e.V. Power Systems
Verschiedene assoziierte Partner arbeiten ebenfalls an dem Projekt mit.
Über das Cloud-Edge-Kontinuum:
Das Cloud-Edge-Kontinuum beschreibt die nahtlose Integration von Edge- und Cloud-Computing. Die gekoppelte Nutzung beider Systeme soll eine optimale Datenverarbeitung und -speicherung in mehreren, verteilten Netzwerken ermöglichen. Je nach Anforderung werden Daten und Anwendungen an nahegelegenen Edge-Standorten (in der Nähe des Endgeräts) oder in der Cloud bereitgestellt. Edge-Computing umfasst die bedarfsorientierte, serviceorientierte Bereitstellung und Nutzung verteilter Systeme zur Verarbeitung von Daten außerhalb einer Cloud und in der Nähe des Ortes, an dem sie benötigt werden. Cloud Computing umfasst die Nutzung von IT-Infrastrukturen oder -Diensten, die nicht lokal auf dem Endgerät verfügbar sind, sondern als temporärer Dienst bereitgestellt werden und über ein Netzwerk (z. B. das Internet) zugänglich sind.
Über 8ra/IPCEI Cloud:
8ra ist die zentrale digitale Initiative für Europa. Im Mittelpunkt der Initiative steht die IPCEI Cloud, die von mehr als 100 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus 12 EU-Mitgliedstaaten vorangetrieben wird, um das weltweit erste „Multi-Provider-Cloud-Edge-Kontinuum“ aufzubauen. Das Hauptziel ist die Schaffung einer völlig neuen dezentralen Software-Infrastruktur für die fortschrittliche Nutzung von Rechenressourcen von der Cloud bis zum Edge. Dieses neuartige offene Ökosystem, das von mehreren Anbietern betrieben wird, wird sowohl technologische Abhängigkeiten als auch Lock-in-Effekte reduzieren. Darüber hinaus wird es neuartige und innovative datengesteuerte Geschäftsmodelle ermöglichen, z. B. im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz und IIoT (Industrial Internet of Things), für eine Vielzahl von Anwendungen in Branchen wie Fertigung, Mobilität, Energie und Tourismus. Die Initiative wird Projekte mit einem Volumen von mehreren Milliarden Euro umsetzen.
(Weitere Informationen finden Sie unter www.8ra.com.)
Über Manufacturing-X:
Industrie 4.0 erfordert eine leicht verfügbare, sichere und konsistente Datenvernetzung. Manufacturing-X soll dies ermöglichen. Ziel ist es, ein föderiertes Datenökosystem zu etablieren, das den vertrauenswürdigen Austausch von Daten auf Basis offener Standards in einem Datenraum zwischen Unternehmen ermöglicht und Unternehmen digitale Souveränität bietet. Die Bundesregierung unterstützt Manufacturing-X mit einer aktuellen Ausschreibung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz und setzt damit den erfolgreichen Weg von Industrie 4.0 fort. Manufacturing-X zielt darauf ab, den Mehrwert digitaler Technologien wie dem Internet der Dinge (IoT), künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen noch besser zu nutzen, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu steigern.
Mit der Einrichtung von Manufacturing-X soll eine Alternative zu zentralen Plattformlösungen geschaffen werden. Dies soll Unternehmen jeder Größe dabei helfen, ihre digitalen Mehrwertdienste zu entwickeln.
